FOREIGN RIGHTS NEU 365 football days
Seit über 25 Jahren verfolgt der japanische Fotograf Kai Sawabe mit seinem Objektiv ein sportliches Ziel: den Fußball. Entstanden ist in dieser Zeit ein überaus facettenreiches Archiv, dass neben
Bildern von großen Spielen, Stars und starken Kämpfen auch die Leidenschaft der Menschen zum Fußball zeigt – in der afrikanischen Steppe und auf den Färöer Inseln genauso wie in den großen
Metropolen der Welt. Für das Projekt „
365 football days“ hat Kai
Sawabe nun sein komplettes Archiv geöffnet und präsentiert dem Leser seine eindrucksvollsten Motive. 365 „Schüsse“ werden gezeigt, für jeden Tag im Jahr ein ganz besonderer. Anpfiff ist der
1. Januar, Schlusspfiff der 31. Dezember.



Es werden aber nicht nur die Bilder sein, die den Leser zum Blättern
in dem immer währenden Kalender anspornen. Den Motiven zugeordnet sind kurze Texte des arrivierten Sportjournalisten Bertram Job
. Er erzählt Kurioses und Einmaliges, Nachdenkliches und Unvergessliches aus der Welt des Fußballs. Und so bleibt es
spannend – bis zum letzten Tag im Jahr.
Der Autor Bertram Job schreibt über die Bilder von Kai Sawabe:Fußball hat eine Seele. Er kann ganz neu sein oder völlig
verschlissen. Und wo er hinrollt, laufen ihm die Menschen hinterher, um ihn auch einmal am Fuß zu haben, oder wenigstens anderen dabei zuzusehen – Menschen aller Schichten und Völker. Es ist im
Grunde also immer der gleiche Ball, dem der Fotograf Kai Sawabe auf seinen Reisen rund um den Globus gefolgt ist. Denn die Idee, was damit anzustellen sei, ist überall identisch. „Wenn es rund ist
und sich bewegt, dann trete dagegen“, heißt es in der Biografie von Pelé. „Wenn es aber nicht rund ist und sich nicht bewegt – dann tausche es ganz schnell gegen etwas anderes um, das sich bewegt.“Fußball ist so einfach wie Coca Cola, und mindestens genauso weit verbreitet. Auf allen fünf Kontinenten fesseln die Begegnungen zwischen Vereinsmannschaften und nationalen Auswahlen das
öffentliche Bewusstsein. Die Szenen von diesen Spielen, ihren Stars und ihren Verlierern sind Thema in den Medien, in der Kneipe, auf der Straße und am Arbeitsplatz. Keine Tageszeitung kommt am
Montag ohne groß aufgemachte Fotos der Spiele vom Wochenende aus. Die TV-Übertragungen wichtiger Begegnungen fegen in vielen Ländern die Straßen leer.
Für Kai Sawabe jedoch liegt die Seele des Fußballs jenseits dieser tagesaktuellen Oberfläche, die er als Agenturfotograf mit dem großen Tele auch bedient. Der gebürtige Japaner aus Paris hat
seinen Blick über die Jahre immer mehr auf die Menschen fokussiert, die dem populärsten Sport mit ihrer Zuneigung huldigen. Die Zuschauer und Fans, darunter nicht zuletzt Kinder und Jugendliche,
sind für ihn die eigentlichen Hauptakteure bei dem Spiel. Anders als ihre bezahlten Idole, bleiben sie meist ein ganzes Leben lang bei ihrem Club, gleich ob Auf- oder Abstieg, und hauchen den Plätzen
und Stadien mit ihrem Enthusiasmus erst Leben ein. Sie, und nicht die Kicker, sind Celtic, Benfica, Excelsior und Galatasaray. Die Bilder für dieses Buchprojekt wurden in über 40 Ländern rund
um den Erdball aufgenommen; sie zeigen sehr unterschiedliche Hintergründe und völlig verschiedene Menschen. Aber gerade dadurch wird das Kosmopolitische an ihrer Passion betont. In
neapolitanischen Cafés, wo das Abbild Maradonas wie das eines Heiligen hängt, oder in den Gassen von La Boca, dem legendären Arbeiterviertel von Buenos Aires; in der wallonischen Provinz wie im
Zentrum von Istanbul, oder auf den windgepeitschten Färöerinseln: Überall fangen Sawabes Bilder die kleinen Rituale und großen Posen der Liebe zum Fußball ein.
Wenn aber der Fußball von Menschen aller Art geliebt werden kann, so können es auch diese Bilder. Und darum sollten sie ebenfalls um den Globus wandern. zurück
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